Heute geht es um das Thema Selbstfürsorge, denn viele – vor allem Frauen – tragen ein leises, aber hartnäckiges schlechtes Gewissen in sich, sobald sie an sich selbst denken.
Sie haben das Gefühl, sie müssten erst alles andere erledigen, alle anderen versorgen und allen gerecht werden, bevor sie an sich selbst denken dürfen. In meinen Augen ist das ein großer Denkfehler.
„Ich kann mich gerade nicht um mich kümmern.“ „Ich habe gerade keine Zeit dafür.“ Denn da sind Familie, Arbeit, Haushalt, Verpflichtungen, Arzttermine, Schulveranstaltungen – irgendetwas ist immer wichtiger.
„Andere brauchen mich mehr als ich mich selbst.“ Die Kinder, der Partner, die Eltern, die Kollegen. Und du bist die, die funktioniert.
„Es fühlt sich egoistisch an, jetzt an mich zu denken.“ Denn anderen geht es gerade richtig schlecht. Sie haben Stress, Sorgen oder Probleme.
„Ich kümmere mich später um meine eigenen Bedürfnisse – wenn es ruhiger wird.“ Ich sage dir ehrlich: Es wird selten ruhig genug werden.
„Ich habe es mir nicht verdient.“ Weil du nicht genug geleistet hast. Nicht perfekt warst. Oder denkst, du müsstest erst noch etwas beweisen. Wem auch immer.
Warum genau dann Selbstfürsorge notwendig ist
Die Wahrheit, die wir oft übergehen: Wenn du feststellst, dass du keine Zeit für dich hast, dann ist genau das ein Zeichen, dass du sie brauchst. Jetzt.
Selbstfürsorge ist kein Extra, das man sich verdienen muss.
Sie ist die Basis, damit du überhaupt Kraft hast.
Denn mal ehrlich:
Du kannst nur geben, was du selbst hast.
Erschöpfung weiterzugeben – wem hilft das?
Niemandem. Präsenz schon.
Egoismus trennt.
Selbstfürsorge verbindet.
Dich mit dir selbst – und dadurch ehrlicher und tiefer auch mit anderen. Wenn du wartest, bis alles erledigt ist, wartest du ewig. Das weißt du eigentlich selbst.
Das Leben ist keine To-do-Liste, die erst „abgehakt“ werden muss. Und falls du sie doch so behandelst: Dann setz dich selbst mit drauf. Mit Sternchen. (Bedeutet: besonders wichtig.) Du darfst dir Gutes tun. Einfach, weil du bist.
Warum Selbstfürsorge kein Egoismus ist – sondern Selbstliebe
Egoismus bedeutet: Ich nehme auf Kosten der anderen.
Selbstfürsorge bedeutet: Ich kümmere mich um mich, damit ich in meiner Kraft bleibe.
Du ziehst dich nicht zurück, um dich abzuwenden, sondern um bei dir anzukommen und aufzutanken.
Und das verändert alles: Deine Energie. Deine Reaktionen. Deine Grenzen. Deine Ruhe. Du wirst nicht härter – sondern klarer.
Warum wir das besonders jungen Frauen vorleben sollten: Weil sie sonst lernen, sich erst zu rechtfertigen, bevor sie fühlen. Sich zu verbiegen, um geliebt zu werden. Ihre Bedürfnisse hintenanzustellen.
Ganz ehrlich: Wer wünscht sich das für seine Tochter?
Nur Egoisten. (Und die nehmen bekanntlich auf Kosten anderer.)
Wenn junge Frauen sehen, dass eine Frau … Pausen ernst nimmt. Grenzen setzt. Sich Gutes tut – körperlich und seelisch –
dann lernen sie: Ich bin wichtig. Ich darf gut zu mir sein. Und ich muss mich nicht aufopfern, um wertvoll zu sein.

Ich kümmere mich um mich, auch wenn es viel anderes gibt, das noch erledigt werden will. Ich habe aufgehört, die Launen und Erwartungen anderer zu tragen – sie gehören nicht mir. Ich wähle bewusst Dinge, die mir guttun:
Wandern. Schreiben. Fotografieren. Keto-Phasen. Ruhe.
Und ich weiß: Ein Tag, an dem ich bei mir bin, ist kein verlorener Tag. Das ist nicht immer leicht. Aber es ist ehrlich. Und heilsam.
Warum du kein schlechtes Gewissen haben musst
Ein schlechtes Gewissen entsteht oft aus alten Rollenbildern. Nicht aus der Wahrheit. Du tust dir nicht trotz deiner Verantwortung etwas Gutes, sondern gerade wegen ihr. Selbstfürsorge ist kein Rückzug aus dem Leben – sondern ein bewusster Schritt hinein.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Mindset Shift: Nicht zu fragen, ob du es dir erlauben darfst – sondern wann du begonnen hast zu glauben, dass du es nicht darfst.
Liebste Grüße, Isabell


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